Virtuelle Kommunikation

Empfehlungen für Führungskräfte, Gruppen & Teams

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Under Pressure

Die dislozierte Arbeit in einer globalen, technologisierten Welt ist ja fast schon ein alter Hut, aber für viele unserer KundInnen dann doch keine gewohnte Übung. Auch wir haben unseren ganzen Betrieb auf Online-Coaching und Online-Beratung umgestellt. Dazu gehört das Experimentieren mit den passenden Tools, genauso wie die kontinuierliche Reflexion unserer Kommunikations- und Kooperationsqualität.

Gerade jetzt zeigt sich, dass Organisationen immer auch die gesellschaftlichen Ereignisse ihrer Umwelten abbilden. Ängste, Befürchtungen und Verhaltensweisen treten in ihrer Vielfalt „draußen“ wie auch „drinnen“ auf. Hier sind insbesondere Führungskräfte gefordert, Position zu beziehen, damit ihre MitarbeiterInnen ihren Aufgaben gut nachkommen können. Der Schlüssel liegt in der Aufrechterhaltung von Kontakt und Verbindlichkeit. Daher ist es zentral, dass Führungskräfte Kommunikationsräume schaffen, die Stabilität sichern.

Daher möchten wir mit Ihnen teilen, was wir als BeraterInnen bei der Umstellung auf Online-Meetings oder bei der Begleitung von Führungskräften erleben und für Führungskräfte und/oder für die virtuelle Zusammenarbeit von Gruppen & Teams empfehlen können.

  • Strukturen (er-)halten

In der jetzigen Ausnahmesituation werden Sie in Ihrem Team auf eine Bandbreite von Reaktionen stoßen, die von Solidarität und Verständnis über persönliche Betroffenheit bis hin zu Ärger und Wut reichen können. Trotz aller Differenzen benötigen solche Emotionen einen gemeinsamen Raum in dem – vielleicht auch unauflösbare – Spannungen gemeinsam gehalten und ertragen werden können.

Bleiben Sie als Führungskraft für die MitarbeiterInnen greifbar und verfügbar. Dabei geht es nicht darum, (wieder) in die erste Reihe des operativen Geschäfts zu treten, vielmehr zeigt sich, dass Teams noch mehr Kontakt und Orientierung brauchen, um ihren Aufgaben nachkommen zu können.

  • Austausch und Kontakt fördern 

Die Zusammenarbeit im Remote-Modus aufgrund einer außerordentlichen Situation, wie wir sie derzeit erleben, verlangt nach weitaus mehr Kontakt, Kommunikation und Kollaboration als bisher. Die (Regel-)Kommunikation sollte jetzt keinesfalls reduziert oder aufgehoben werden, ganz im Gegenteil: Unterbrechungen erhöhen die Spannung. Rückzug von Führungskräften ist fehl am Platz und birgt die Gefahr einer Fragmentierung im Team, die sich langfristig negativ auswirken kann. Adaptieren Sie also (bei Bedarf) die herkömmlichen Kommunikationsstrukturen so, dass Sie sich in die veränderte Arbeitsrealität einfügen, aber verzichten Sie keinesfalls auf Teamsitzungen und sonstige reguläre Absprachen. Sorgen Sie neben der (Regel-)Kommunikation auch für Reflexionsräume. Team-, Gruppen- und Fallsupervision wird derzeit vielerorts auch virtuell abgehalten und wird als sehr unterstützend erlebt.

Hier finden Sie weitere Tipps hinsichtlich der Gestaltung von Online-Kommunikationsräumen oder auch Empfehlungen für die virtuelle Zusammenarbeit von Gruppen & Teams.

  • Für Entlastung sorgen

Bei der Begleitung von Führungskräften erleben wir derzeit u.a. zwei als besonders belastend erlebte Aspekte: Einerseits fordert die geringere Planbarkeit kürzere Zyklen von Aktion und Reflexion und andererseits spüren manche Führungskräfte die Verantwortung, die Stellung für alle und alles zu halten. Der Begriff vom/von der HeldIn des Alltags ist aktuell unangenehm überstrapaziert. Der Heldenmythos baut darauf auf, dass sich Menschen bewusst und freiwillig der Gefahr aussetzen ihr Leben zu verlieren. Das ist zynisch im Angesicht des Auftrages, MitarbeiterInnen in Versorgungsberufen unter allen Umständen arbeiten zu lassen. Nicht zu letzt kann sich ein Gefühl einstellen, die MitarbeiterInnen in der belastenden (Arbeits-)Situation nicht ausreichend zu unterstützen und zu schützen.

Für wirksame Führung geht es darum, als Führungskraft deutlich Position zu beziehen und als Gegenüber zur Verfügung zu stehen – nach „unten“ sowie nach „oben“. Auch in der Selbstsorge und im Selbst-Management ist reichlich zu tun. Führungskräfte haben eigene Ängste zu bewältigen, die im Sparring mit anderen einfacher zu „containen“ sind. Die Devise lautet also – mehr denn je – nicht alleine zu bleiben, sondern in den peer-to-peer Austausch zu treten bzw. für eigene Reflexionsräume (wie etwas auch durch Online-Coaching) zu sorgen.

KurzumRemote oder face-to-face, Krise oder Alltag, wer gut vernetzt ist und auf einen intensiven peer-to-peer-Austausch setzt, erweitert das Kontextverständnis für sein Team und steigert die Chance auf wirksame Handlungsoptionen.